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MI | 11.04.2012
Rainhard Fendrich im Musical "Wake Up". (Bild: APA)
Musical
Disput um "Wake Up"
Einen Disput zwischen SPÖ und ÖVP hat ein Bericht des Kontrollamts über das Fendrich-Musical "Wake Up" ausgelöst. Das Kontrollamt lässt kein gutes Haar an der Produktion, die 2002 bis 2004 in Wien zu sehen war.
12,7 Mio. Euro Verlust
Das schlechte Einspielergebnis und hohe Produktionskosten haben demnach ein großes Loch in das Budget der Vereinigten Bühnen Wien (VBW) gerissen. Insgesamt soll das Musical von Rainhard Fendrich und Harold Faltermeyer 12,7 Mio. Euro Verlust gebracht haben.

Verantwortlich für den Verlust seien das schlechte Einspielergebnis und die hohen Produktionskosten, heißt es in dem Bericht.
Diskussion um Privatleben Fendrichs
Problematisch sei auch der Umstand gewesen, dass der ursprüngliche "Hauptdarsteller" nicht während der gesamten Spieldauer im Einsatz war. Rainhard Fendrich und Erwin Windegger teilten sich die Rolle des halbseidenen Managers Jeff Zodiak.

Auch die Rede von "ungünstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen" wie Irakkrieg und "das damals stark in der Öffentlichkeit diskutierte Privatleben des Künstlers" habe sich auf den Kartenverkauf ausgewirkt. Fendrich hatte im Jänner 2003 die Trennung von seiner Frau bekannt gegeben.
Schon im Juni hatte die ÖVP im Zusammenhang mit dem Umbau des Ronachers in ein vollwertiges Musiktheater von Investitionen "in überalterte Theaterphantasien" gesprochen.
"Investition in Theaterleiche"
ÖVP-Kultursprecher Franz Ferdinand Wolf sprach von einem "wirtschaftlichen Desaster". Der Bericht des Kontrollamts würde niemanden überraschen.

Wolf: "Der Wiener Weg, Musical hoch zu subventionieren und zu forcieren, ist falsch. Die Stadt investiert in eine Theaterleiche, auf Kosten der anderen Kulturschaffenden."
"Unsinn"
SPÖ-Kultursprecher Ernst Woller entgegnete, es sei Unsinn, eine einzige Produktion herauszugreifen, weil dadurch das Bild verzerrt werde. Wien sei als Musicalstadt erfolgreich.

Woller: "Wer die letzte umjubelte Vorstellung von 'Elisabeth' gesehen hat, kann ermessen, welches Potenzial es in Wien für Musicals gibt."
"International erfolgreich"
Die Vereinigten Bühnen Wien verwiesen in ihrer Reaktion ebenfalls auf jüngste Erfolge. Die VBW hätten sich in den vergangenen Jahren international als Musical-Produzent und –Exporteur etabliert.

"Wie bei jedem kreativen Prozess sind nicht alle Produktionen bei gleich bleibend hohem künstlerischen Anspruch erfolgreich", hieß es.
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