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MI | 11.04.2012
Deportationszüge. (Bild: APA)
Aspang
Langer Graben als Holocaust-Mahnmal
Ein 35 Meter langer, fünf Meter tiefer und 1,9 Meter breiter Graben soll auf dem Gelände des ehemaligen Wiener Aspang-Bahnhofs an den Holocaust erinnern. Der deutsche Entwurf wurde aus 80 Projekten ausgewählt.
Siegerprojekt aus Stuttgart
Das Siegerprojekt stammt von "fischer naumann partnerschaft" aus Stuttgart. Es sieht vor, einen Graben zu ziehen, so breit wie die Spannweite des Menschen bei ausgebreiteten Armen. Der Einschnitt wird durch eine aus dem Erdreich austretende bis zu 150 Zentimeter hohe Edelstahlwand deutlich gemacht.

Das Mahnmal soll in den kommenden zwei bis vier Jahren realisiert werden. Errichtungskosten von rund 400.000 Euro werden kolportiert.
"Tiefen des Unlesbaren"
An der Innenseite des Grabens sind die Namen der Deportierten auf der Stahlwand eingraviert. "Die Namen, zunächst noch lesbar, verlieren sich in der Tiefe des Unlesbaren, lassen so jedes einzelne der Opfer gegenwärtig sein, und stehen gleichzeitig für die Unfassbarkeit des Geschehens, an das es zu erinnern, vor dem es zu mahnen gilt", so die Beschreibung.
Erinnerung an 50.000 Verschleppte
Vom Aspang-Bahnhof hatten die Nationalsozialisten zwischen 1939 und 1942 rund 50.000 vor allem jüdische Österreicher in 47 Zügen in die Konzentrationslager verschleppt.

Die Gedenkstätte soll ein Ort für die Rückbesinnung sein. Für die Gestaltung der Gedenkstätte war ein internationaler Gestaltungswettbewerb durchgeführt worden, im Vorfeld ein Schülerwettbewerb. Eine Jury unter Vorsitz des Direktors des Wiener Museums für Moderne Kunst Stiftung Ludwig, Edelbert Köb, zeichnete fünf Projekte aus und empfahl jenes aus Stuttgart.
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