Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
"Flex" in Wien (Bild: APA)
Musiklokal
Rassismus-Vorwürfe gegen Flex
Das Musiklokal Flex am Donaukanal ist mit Rassismus-Vorwürfen konfrontiert. Besucher seien auf Grund ihrer dunklen Hautfarbe abgewiesen worden. Die Betreiber sprechen von einem "absurden Vorwurf".
Flex-Betreiber weisen Vorwürfe zurück.
Hausverbot für einzelne Drogendealer
Die Vorwürfe wurden einerseits in Internet-Foren gepostet, andererseits liegen auch vier Beschwerden beim Antirassismus-Verein Zara vor. Flex-Geschäftsführer Thomas Eller will davon nichts wissen. Es gehe lediglich um einzelne Drogendealer.

"Dass es Leute mit schwarzer Hautfarbe gibt, die mit Lokalverbot belegt sind, ist kein Geheimnis", sagte er. Man habe im Flex ein Problem mit dunkelhäutigen Drogendealern, die in letzter Zeit das Lokal regelrecht gestürmt hätten - und deren Präsenz sei im Lokal nicht erwünscht, so Eller.

Dass Afrikaner oder Türken generell abgewiesen würden, wies Eller zurück: "Es sind nach wie vor sehr viele Schwarze im Flex", betonte er.
Grundsätzlich handle es sich um ein altbekanntes Problem, so Eller: "Das Flex ist seit zehn Jahren von Drogendealern belagert."
ZARA hat Verständnis für Drogenproblematik.
Klärendes Gespräch geplant
Bei Zara gibt man sich damit nicht zufrieden. "Die Vorwürfe sind uns bekannt", sagte der Leiter der Beratungsstelle, Hikmet Kayahan: "Wir haben bereits einen Beschwerdebrief an das Flex verfasst, aber keine ausreichende Antwort bekommen."

Für die Drogenproblematik habe man Verständnis: "Aber die Antwort kann nicht sein, dass man alle Menschen schwarzer Hautfarbe des Drogendealens bezichtigt."

Man wolle Flex-Chef Eller nun zu einem klärenden Gespräch einladen und ihn daran erinnern, dass es etwa ein vom Verein "Gast und Wirt" erarbeitetes Modell für menschenrechtskonforme Hausordnungen für Lokale und Discotheken gebe, hieß es vom ZARA.
Grüne Integrationssprecherin erstaunt
Die Integrationssprecherin der Wiener Grünen, Alev Korun, zeigte sich über die Vorwürfe erstaunt. "Das Flex ist seit Jahren für seine antirassistische Haltung bekannt. Ich hoffe, dass das so bleibt." Bisher kenne sie nur die Postings im Internet. Sie werde sich daher in den kommenden Tagen selbst ein Bild von der Lage machen, meinte die Grüne.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News