Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Geiger (Bild: APA)
Vorwürfe
Causa Geiger - alles nur eine Intrige?
Im Fall des suspendierten Wiener Kripo-Chefs Ernst Geiger sind jetzt Vorwürfe von Polizei-Insider laut geworden, die Suspendierung sei Teil einer polizeiinternen Intrige. Die Polizeispitze dementiert das heftig.
Ernst Geiger - tatsächlich Verrat oder nur eine Intrige.
Bisher beste Voraussetzungen
Seit Jahresbeginn ist Ernst Geiger mit der vorläufigen Leitung der kriminalpolizeilichen Abteilung betraut. Wenn der Probe- in einen Echtbetrieb übergeht, werden die einzelnen Stellen ausgeschrieben.

Ernst Geiger hätte für den Chefposten die besten Voraussetzungen. So lange das Disziplinarverfahren aber läuft, ist er chancenlos.
Abseits vom Tagesgeschäft
Abseits vom Tagesgeschäft beschätigen sich in der kriminalpolizeilichen Abteilung 18 Juristen mit "stragetischen Planungen in Sachen Kriminalitätsbekämpfung", wie es aus dem Innenministerium hieß. Diese Abteilung wurde vom Innenministerium ins Leben gerufen.
"Absurde Vorwürfe" für Stiedl
Polizeipräsident Peter Stiedl wehrte sich gegen Vorwürfe, die Suspendierung seines Spitzen-Kriminalisten sei Teil einer polizeinternen Intrige.

"Diese Vorwürfe sind völlig aus der Luft gegriffen. Geigers Aussagen auf dem Tonbandprotokoll sind eindeutig. Für ihn gilt aber nach wie vor die Unschuldsvermutung", so der Polizeipräsident. Er hofft, dass sich die Vorwürfe in Luft auflösen.
Nachfolger bringen sich in Stellung
Bekannt ist auch, dass Polizeipräsident Peter Stiedl mit Ende 2007 in Pension gehen will. Potenzielle Nachfolger bringen sich bereits jetzt in Stellung, sagen Insider. Auch hier galt Geiger als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge. Manche vermuten daher, dass ein Mitbewerber damit ausgeschaltet werden sollte.
Prostituierte plauderte über Konkurrenten
Rund um die Vorwürfe einer Intrige wurde auch eine Geschichte genannt, die im vergangenen Sommer im Magazin "News" auftauchte. Dabei plauderte eine ehemalige Prostituierte über einen Stammkunden, der einer der höchstrangigen Polizisten Österreichs sei.

Aus weiteren Informationen wurde Insidern schnell klar, wer gemeint war - ein möglicher Konkurrent Geigers. In diesem und anderen Zusammenhängen ermittelte ebenfalls das BIA, die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren laut einem Bericht im Branchenmagazin "Kriminalpolizei" ein.
Gerichtliche Vorerhebungen sollen Klarheit bringen.
Ausschreibung nicht vor Jahresende
Wann die Planstellen in der neu geschaffenen kriminalpolizeilichen Abteilung ausgeschrieben werden, hänge vom Innenministerium ab, so Stiedl. Vermutlich aber nicht vor Jahresende.

Gegen Ernst Geiger laufen derzeit noch gerichtliche Vorerhebungen. Sie sollen schon
nächste Woche beendet sein und könnten damit etwas Licht in die Sache bringen.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News