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MI | 11.04.2012
Prostituierte (Bild: APA)
Sauna-Affäre
Tausende Prostituierte in der Stadt
Durch die sogenannte "Sauna-Affäre" ist die Prostitution in der Stadt wieder ein großes Thema. Bis zu 9.000 Frauen sollen in Wien diesem Gewerbe nachgehen, die meisten von ihnen illegal.
1.000 Prostituierte sind registriert, es gibt aber geschätze 8.000 "Geheime".
Mehr Prostituierte aus Nigeria
Derzeit sind in Wien rund 1.000 Prostituierte registiert, bis zu 8.000 sollen illegal aktiv sein. Auffallend in der Rotlichtszene ist laut Polizei, dass in jüngster Zeit immer mehr Frauen aus Nigeria als Prostituierte arbeiten.

Schätzungen zufolge gibt es rund 200 Frauen aus Nigeria. Gegen "Verpfändung" ihres Körpers werden sie nach Europa gebracht, wo sie ihre "Schuld" zwei bis drei Jahre auf dem Strich abarbeiten müssen. Wehren sie sich, werden die Familien in Nigeria bedroht.
Rechtlich eine Verwaltungsübertretung
Illegale Prostitution ist eigentlich eine Verwaltungsübertretung. Polizeiermittlungen im Rotlicht-Milieu richten sich normalerweise nicht gegen die Prostituierten selbst. Ziel sind normalerweise immer jene, die von dem Gewerbe mit dem Sex profitieren.
Sobald Tages-Sextouristinnen genug verdient haben, fahren sie wieder nach Hause.
Probleme mit Tages-Sextouristinnen
Die meisten der Tausenden illegalen Prostituierten gehen ihrem Gewerbe in den fast 80 Massagesalons der Stadt nach. In den rund 100 Bars und etwa 200 Bordellen Wiens werden Liebesdienste zumeist kontrolliert angeboten.

Der Polizei machen in letzter Zeit aber auch immer mehr sogenannte Tages-Sextouristinnen aus Nachbarländern zu schaffen. Sie kommen für einen Tag nach Wien und werben hier auf einschlägig bekannten Straßen um Freier.
FKK-Sauna ein Code
Weniger in Österreich als in Deutschland ist das Auftreten so genannter FKK-Saunas bekannt. In Wien werben etwa fünf bis sechs solcher Betriebe. Der Name FKK-Sauna ist eigentlich widersinnig, denn in Saunas ist man ja immer nackt.

"Der Name FKK-Sauna ist ein Code dafür, dass man hier eben auch Sex bekommt", heißt es seitens der Ermittler.
Gewalt gegen Familie als Drohung
Die meisten Prostituierten gehen ihrem Gewerbe jedenfalls nicht freiwillig nach. Die Gewalt der Mädchenhändler richtet sich laut Polizei aber immer öfter nicht gegen die Frauen selbst, sondern gegen deren Familien in der Heimat.

Andererseits sei es durch die wirtschaftliche Situation der Frauen oft gar nicht mehr notwendig, ein so hohes Maß an Druck auszuüben. Einigen wird erzählt, dass sie das Geld abliefern müssen, weil die Polizei zu schmieren ist, hieß es.
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